Ein Porträt der Baureihe 87

Informationen zum Vorbild

Die Einheitslok der Baureihe 87 wurde speziell für den Einsatz bei der Hamburger Hafenbahn entwickelt. Es wurden 16 Stück von der Fa. Orenstein & Koppel gebaut. Sie hatten eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und eine Leistung von 940 PSi. Die Auslieferung begann im Jahr 1928. Der Einsatz der BR 87 endete in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Die Loks der Baureihen 82 und 94 konnten die Aufgaben der BR 87 übernehmen. Leider ist von dieser Lok kein Exemplar erhalten geblieben.
Wegen der engen Gleisradien bei der Hamburger Hafenbahn erhielt die 5-achsige Lok ein ganz spezielles Fahrwerk. Die fünf Achsen wurden nicht, wie üblich, alle über Kuppelstangen angetrieben. Nur die 2. und 4. Achse waren über Kuppelstangen mit der 3. Achse, der Treibachse, verbunden. Die 1. und 5. Achse waren schwenkbar im Rahmen gelagert und wurden nach dem System „Luttermöller“ von der 2. und 4. Achse über Zahnräder angetrieben. Der Kessel entsprach weitgehend dem der BR 86. Viele Teile des Laufwerks waren mit denen der Baureihen 81 und 82 identisch.

Die Geschichte dieser Lok bei MEHEV

Bei MEHEV wurde diese Lok im Jahr 1953 „in Dienst gestellt“. Der erste Einsatz diente der Sammlung von Spenden für MEHEV. Dazu war sie zusammen mit einigen Güterwagen für viele Jahre in einer Vitrine im Bahnhof Hamburg Dammtor und danach bis 2009 im Treppenhaus des Museums für Hamburgische Geschichte aufgestellt. Nach dem Einwurf einer Münze setzte sich das Triebwerk der Lok für kurze Zeit in Bewegung. Im Jahr 2009 wurde beschlossen, die BR 87 aus der Vitrine zu holen und für den Einsatz auf unserer Anlage aufzuarbeiten. Diese Arbeiten sind abgeschlossen. Den Dienst in der Vitrine zum Sammeln von Spenden hat ein Modell der Baureihe 93 übernommen.

Das Modell der Baureihe 87

Unser Modell wurde von unserem Vereinskollegen, Herrn Paul Haupt, gebaut. Es entspricht in allen wesentlichen Teilen, soweit technisch möglich, dem Vorbild. Auch bei unserem Modell wird die Treibachse angetrieben, natürlich nicht über die Dampfzylinder und Treibstangen sondern über einen Elektromotor und ein Zahnradgetriebe. Das Getriebe ist so ausgelegt, das die Lok eine vorbildgerechte Geschwindigkeit erreicht. Die 2. und 4. Kuppelachse werden wie beim Vorbild über Kuppelstangen angetrieben. Auch bei unserem Modell sind die 1. und 5. Kuppelachse schwenkbar im Rahmen gelagert und werden von der 2. und 4. Kuppelachse über Zahnräder angetrieben. Das Gehäuse der Lok besteht aus Messingblech.
Im Rahmen der Aufarbeitung durch unseren Vereinskollegen, Herrn Wolfgang Denecke, wurden ein neues Hauptgetriebe und ein neuer Motor eingebaut. Die Zahnräder für den Antrieb der 1. bzw. 5. Kuppelachse konnten weiter verwendet werden, erhielten aber zum Schutz gegen Verschmutzung eine Abdeckung aus Messingblech. Die Räder der Lok mussten gegeneinander und gegen den Rahmen isoliert werden. Dazu erhielten sie neue, hartverchromte Radreifen. Diese sind isoliert auf den Radsternen befestigt. An drei Radsätzen sind Stromabnehmer angebracht. Für die Beleuchtung der Lok-Laternen sind LED eingebaut. Sie werden über eine Platine mit einer Schaltung für konstantes Licht mit Spannung versorgt und leuchten deshalb auch bei Stillstand der Lok. Auf den Einbau eines Rauchgenerators haben wir verzichtet.

Fotos

Die Lokführerseite der Baureihe 87
Die Heizerseite der Baureihe 87
Die Rückseite der Baureihe 87
Ansicht auf die Abdeckungen der "Luttermöller" Getriebe und das Antriebsgetriebe
Ansicht von oben auf ein "Luttermöller" Getriebe
Rangierfahrt beim Schuppen 25
Die Lok überquert langsam die Versmannstraße...
...und fährt in den Hauptgüterbahnhof ein.